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von Ulrich Heyden
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Montag, 22. August 2011 |
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Mit supermoderner Theater-Technik, viel Gold und einer originalen
Akustik „wie im 19. Jahrhundert“ will das renovierte Bolschoi-Theater
seine Besucher ab Oktober wieder verführen. Ein Besuch auf der Baustelle
„Dort oben war die Loge von Stalin.“ Michail Sidorow, unser Führer zeigt
auf eine Loge im ersten Rang, ganz nah am linken Rand der Bühne. Wir
befinden uns im Bolschoi-Theater, das im Oktober, nach sechsjähriger
Renovierungszeit, wiedereröffnet werden soll.
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von Ulrich Heyden
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Samstag, 20. August 2011 |
In einem Dorf 180 Kilometer südlich von Moskau dürfen
Künstler und Architekten Installationen ausstellen, die auf Moskauer
Plätzen niemals gezeigt werden.
Fünf Stunden brauchte unser Bus für die 180
Kilometer. Verkehrsstaus, undeutliche Beschilderung und schließlich
schlaglochübersäte Landstraßen machten den Weg aus Moskau zu dem Dorf
Nikola-Leniwez, südlich der Hauptstadt, zu einer Fahrt durch ein
Labyrinth. Als wir dann von weitem merkwürdige lange Pfähle sehen,
wissen wir: Das Ziel ist erreicht. Telepolis
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von Ulrich Heyden
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Dienstag, 17. Mai 2011 |
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Schon zum fünften Mal lief
am Sonnabend die Aktion „Nacht der Museen“. Statt nachdenklicher
Gesichter sah man vor allem junge Leute, die sich gegenseitig vor den
Kunstwerken ablichteten.
Ballett-Tänzerinnen mit Sprengstoff-Gürteln vor blühenden Landschaften:
Die großformatigen Bilder des Kiewer Künstlers Wasili Tsagalow waren für
die Jugendlichen, die am Samstag Abend die Moskauer Gelman-Galerie
stürmten, Anlass zur Belustigung. Mit der Kamera wurden Freunde vor den
Gemälden abgelichtet. Die nachdenklichen Gesichter, die man auf
Kunstausstellungen sonst sieht, suchte man an dem Ausstellungsort am
Sonnabend vergebens.
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von Ulrich Heyden
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Montag, 12. Juli 2010 |
Die beiden Organisatoren der Ausstellung
„Verbotene Kunst — 2006“, Andrej Jerofejew und Jurij Samodurow, wurden
von einem Moskauer Gericht Mitte Juli zu Geldstrafen verurteilt. Die
Vorwürfe der Richterin gegen Jurij Samodurow und Andrej Jerofejew, die
die konsum- und kirchenkritische Ausstellung „Verbotene Kunst 2006“
organisiert hatten, klangen monströs: Die gläubigen Bürger seien durch
die ausgestellten Bilder, Jesus mit Mickey Mouse und eine Ikone gefüllt
mit Kaviar, einer „psycho-traumatischen Einwirkung“ ausgesetzt worden.
Der Staatsanwalt forderte jeweils drei Jahre Arbeitslager für die
Organisatoren der Ausstellung, die im März 2007 im Moskauer
Sacharow-Zentrum, einem Treffpunkt der Moskauer Menschenrechtsszene,
gezeigt wurde.
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von Ulrich Heyden
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Mittwoch, 23. Juni 2010 |
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Der Anwalt Sergej Magnitzki wurde mit seinem tragischen Tod zur Vorlage
des Theaterstücks
Ulrich Heyden, Moskau. Der Wirtschaftsanwalt
Sergej Magnitzki starb letztes Jahr in einem Moskauer
Untersuchungsgefängnis. Das Theater Dok hat den bisher nicht
aufgeklärten Fall auf die Bühne gebracht.
Sie habe vorne im Krankenwagen gesessen, das Radio lauter gestellt und
sich kein einziges Mal zu dem Häftling umgedreht, sagt die blonde
Schauspielerin, die eine Krankenschwester spielt. Also habe sie keine
Schuld. Ihr schnippisches Lächeln wirkt zynisch.
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